Anliegen und Ziele des Mentoring Dual International Projektes

Die wirtschaftliche Situation in Griechenland, die in besonderem Maße durch eine hohe Arbeitslosenquote, signifikant im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit gekennzeichnet ist, hat die Talsohle noch nicht erreicht. Im Oktober 2013 stieg die Arbeitslosenquote erneut auf ein Rekordhoch von 27,8 Prozent. Prognostiziert war für das Jahr 2013 eine wirtschaftliche Schrumpfung von 4,5%.

Die EU-Politik steht vor neuen Herausforderungen und hat u.a. bereits 2012 ein Paket zur Jugendbeschäftigung initiiert. Als ein wesentliches Mittel zur Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit hat die EU-Politik die Einführung von Elementen des im deutschen Sprachraum erfolgreichen Modells der Dualen Ausbildung empfohlen. Das deutsche System der dualen Ausbildung ist über Jahrzehnte gewachsen und gilt als weltweit anerkanntes Erfolgsmodell.

Genau hier setzt unser Projekt an, dessen Ziel es ist im Wachstumsmarkt Tourismus exemplarisch aufzuzeigen, dass die Beschäftigungsfähigkeit Jugendlicher durch die Einführung von Elementen arbeitsplatzorientierten Lernens deutlich verbessert werden kann.

Übergeordnetes Ziel ist dabei der nachhaltige Aufbau einer Berufsfachschule, die im Tourismusbereich langfristig Qualifizierungen im Aus-und Weiterbildungsbereich anbietet sowie Ausbildungspfade zu einem Abschluss zu entwickelt, der in Deutschland und Griechenland anerkannt wird.

Das Projektvorhaben steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Aktivitäten des Bundesministeriums für Bildung (BMFB) das im Rahmen einer europäischen Ausbildungsallianz Kooperationsziele auf dem Gebiet der beruflichen Aus-und Weiterbildung vereinbart hat.

Zentrale Ziele sind:

Ziel 1

Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit durch Verbesserung in qualifizierte Tätigkeiten auf Grundlage einer dualen/arbeitsplatzbasieren Ausbildung.

Ziel 2

Förderung der Attraktivität und der Qualität der Berufsbildung in den Partnerländern

Ziel 3

Unterstützung der Modernisierung der beruflichen Bildung durch neue Kooperationsformen der beteiligten Akteure

Ziel 4

Verstärkung der Mobilität in der beruflichen Bildung als Beitrag zu einem europäischen Arbeitsmarkt

Ziel 5

Systematischer Einbezug der Wirtschafts-und Sozialpartner und der Betriebe als Grundvoraussetzung für eine hochwertige, bedarfsrelevante Berufsbildung.

Ziel 6

Zum Projektende sollen 180 Auszubildende einen Abschluss im griechischen und deutschen System erworben haben. Gemäß der Vorgaben der aktuellen EU-Politik sowie den deutschen Zielen, sollen 10% eine Mobilität absolviert haben (Mobilitätsprojekte können berufliche Praktika, Ausbildungsabschnitte und Weiterbildungsmaßnahmen sein).

Ziel 7

Das dreijährige duale Ausbildungssystem ist lernergebnisorientiert und mit allen Ordnungsmitteln an zwei Orten und drei Berufen fest etabliert. Entsprechend sind die notwendigen Institutionen etabliert und sämtliche Prozesse erfolgreich implementiert.

Ziel 8

Es wird ein Modell zum Transfer in andere Branchen in Griechenland und andere Länder vorgelegt, welches den Umsetzungspfad hin zu Berufsbildungssystemen in Anlehnung an das deutsche duale System beschreibt. Es werden Indikatoren erarbeitet, die die Einführung des dualen Systems in andere Berufssysteme systematisch erleichtern, verbessern und beschleunigen.

Für diesen Sektor wird ein Modell zur Anerkennung von non-formalem und informellen Lernen entwickelt.


Der sehr unterschiedlichen Struktur des griechischen und deutschen Berufsbildungssytems wird im Projekt durch intensives Mentoring, dem Aufbau entsprechender Strukturen und Prozesse, sowie durch die Einbindung der griechischen Unternehmen, Institutionen und Sozialpartner Rechnung getragen.